Gasthof Weisses Rössle

Gaststube     Zimmer     Geschenkideen     Kulinarischer Kalender     Geschichte     Sehenswürdigkeiten     Kooperation     Kontakt
Klosterbrauerei Königsbronn     Chronologie der Wirtsleute     Startseite

 

Geschichte des Kloster, Brauerei

 

In Einem mit allen Reizen der Natur ausgestatteten Tal am Fusse des Herwartstein und am malerischen Quelltopf der Brenz, gründete König Albert im Jahre 1302 das Kloster Königsbronn, dem ein edles Getränk, das Königsbronner Klosterbier, sein Namen verdankt. Über die Entstehung des Ortes, der bis zum heutigen Tage die gute Tradition der Klosterbrauer ohne Unterbrechung gewahrt hat, sagt der Chronist:

 

Endlich folgte das Kloster Königsbronn, welches den Namen hat, weil es von einem König, nämlich Alberto, gestiftet worden, inmassen damalen die Römische Kaiser meistenteils Könige genannt wurden. Dann es verkaufte Graf Ulrich von Helfemstein anno 1302 an bemeldeten Kaiser sein Schloss Herwartstein mit dem Dorf Springen und dem dazugehörigen Kirchensatz dasselbst, wie auch die Städtlein, Dörfer und Weyler Spickisol, Wichartsberg usw., welche zum teil nun ganz andere Namen bekommen oder gänzlich zerstört worden, dass man nichts mehr davon finden kan. Es hatte aber diser Kaiser sich vorgenommen ein Kloster Zisterzienserkloster Ordens zu stiften, deswegen er anno 1302 das erkaufte Schloss Herwartstein dazu widmete und zu Erbauung des Klosters dem Abt zu Salem oder Salmansweiler den Gewalt auftrug zu Springen dasselbe aufzubauen, wie dann der Name dieses Dorfs ganz aufgehöret, weil anstatt dessen nun das Kloster auf selbigen Platz steht und das übrige des Dorfs nun die Schmittinen, Schmelzhütten und der zu solcher gehöriger Leute Wohnungen auszumachen. Anno 1448 verkauften die Grafen von Helffenstein dieses Kloster auch, wie die andere beide Klöster als eine Zugehörde der Herrschaft Heidenheim an Graf Ulrich zu Württemberg und wurde anno 1504 wieder mit der selben an Herzog Ulrich solches übergeben, anno 1521 von Kaiser Carlo V. An die Stadt Ulm verpfändet und anno 1536 wieder mit derselben eingelöst. Zwar brachte man König Ferdinando bey, dass, weil seine Vor - Eltern, nämlich Kaiser Albrecht, solches gestiftet, er auch dazu Gerechtigkeit habe, und, wie man damals denen Herzogen von Württemberg den Beisitz ihrer Lande auf allerhand Weise beschwerlich machte, ob man gleich auch dieses Kloster strittig, bis endlich anno 1588 zwischen dem Erzhaus Österreich und dem Hochfürstlichen Haus Württemberg ein Vergleich erfolgt und jenes auf das Kloster Königsbronn gegen dem Kloster Peris, woran die Herzöge von Württemberg wegen des Kloster Peris, woran die Herzöge von Württemberg wegen des Klosters Maulbronn Anforderungen gemacht, sich begeben hat. In folgenden Zeiten haben Katholikin zwar wiederum vermengt, dieses Kloster dem Hochfürstlichen Haus Württemberg zu entziehen und ein unmittelbares Reichs - Kloster daraus zu machen, haben aber mit ihren Gründen weiter nichts ausgerichtet, als dass sie solches des Landes - Herrlichkeit desselben vermögen Westfälischem Friedens anno 1649 überlassen müssen.

Es liesse sich Dichtung und Wahrheit verwebend, noch manches berichten über das Kloster, seine Äbte und Mönche. Als sicher ist aber jedenfalls anzunehmen, dass die Bewohner des Klosters neben ihrem geistigen Wohl auch für das leibliche zu sorgen und ein gutes Bier zu brauen wussten; sie haben sich zugleich in den Eisen- und Schmelzwerken betätigt und deshalb hier und da wohl auch einen aussergewöhnlichen Durst zu befriedigen hatten. Die Vorbedingung zur Erzeugung eines guten Stoffes waren ja, wie heute, auch schon damals in reichem Masse gegeben.

 

Mit der Aufhebung des Klostersging die Brauerei in Privatbesitz über.

Aus den Alten Kaufbüchern, welche auf dem Königsbronner Rathaus aufliegen, lassen sich urkundliche nachfolgende Besitzer der Brauerei zum „Rössle" feststellen

 

Im Jahre 1710 war Joh. Hagstotz schon als „Rössles" Wirt und Bierrauer tätig.

 

Im Jahre 1723 verkaufte A. M. Hagstotz, Witwe an ihren Brudersohn Joh. Georg Scheuerle die Wirtschaft Weisses Rössle mit Sudhaus um fl. 2500.

 

Im Jahre 1756 verkaufte J. G. Scheuerle an J. Georg Bletzinger. Das Geschäft blieb in der Bletzingerschen Familie bis zum Jahre 1824.

 

Im Jahre 1803 verkaufte Joh. Seb. Bletzinger an seinen Sohn Georg Bletzinger das Anwesen

um fl. 7365.

 

Im Jahre 1824 verkaufte Georg Bletzinger die Wirtschaft und Brauerei mit Garten, Waschhaus etc. an Wilhelm Sayler um fl. 14000.

 

Im Jahre 1859 kaufte dessen Sohn Heinrich Sayler das ganze Anwesen, starb jedoch bald darauf.

 

Im Jahre 1868 verkaufte Heinrich Sayler's Witwe das Geschäft an Sigmund Maier um fl. 34000.

Dieser Starb im Jahr 1889, seine Frau führte das Geschäft weiter

 

Im Jahre 1899 übergab sie es an ihren Sohn Georg Maier, der im April 1904 infolge eines tragischen Unglückfalls starb.

 

Im Oktober 1904, kauften Adolf Haible und Fritz Weischedel von der Witwe des tödlich verunglückten Georg Maier, der das Anwesen ausgebaut und mit neuen Einrichtungen versehen hatte, den den ganzen Wirtschaftsbetrieb mit den dazugehörigen Grundstücken.

Das Unternehmen wir seither unter Firma

BRAUEREI ZUM RÖSSLE

HAIBLE & WEISCHEDEL

KÖNIGSBRONN / BRENZ

Geführt. Zum 50 Jährigem Bestehen der Firma wurde eine Jubiläumsfeier mit den Betriebsangehörigen und ein Gedenktag zu Ehren der Gründer

ADOLF HAIBLE gestorben 16.12.1950

und

FRITZ WEISCHEDEL gestorben 20.07.1953

abgehalten. Das Vermächtnis der verstorbenen Senior Chefs übernahmen die beiden Söhne

EUGEN HAIBLE seit 01.10.1928

und

HANS WEISCHEDEL seit 01.10.1952.

In Dankbarkeit erinnern s´sie sich mit allen ihren Mitarbeitern der Jahre, in denen ihre Väter das Unternehmen durch die Wirren zweier Weltkriege geführt und zugleich in unermüdlicher Tatkraft mit den modernsten Einrichtungen ausgestattet haben.

Die jetzigen Inhaber Eugen Haible und Hans Weischedel betrachten es als ihre erste Aufgabe, der Vergangenheit treu , der Gegenwart verbunden und der Zukunft verpflichtet, den Betrieb nicht nur auf der höhe zu halten, sondern ihn weiter modernisieren und technisch zu vervollkommnen. Das stattliche Anwesen umfasst heute die Mälzerei, die Brauerei und als Nebenbetrieb eine Landwirtschaft mit 30 Hektar Ackerland und Wiesen. Das landwirtschaftliche Gebäude wurde 1911 nach einem Brand in seiner heutigen Form neu aufgebaut.

Die Entwicklung des Betriebes war in den letzten Jahrzehnten gleichmässig ansteigend.

Schwere erschütterungen brachten zwar der erste und zweite Weltkrieg durch erhebliche Ausstoss Schwankungen, hervorgerufen durch die zeitlichen Erscheinungen und den grossen Mangel an Rohstoffen. Den energischen Massnahmen der Betriebsleitung ist es jedoch zu verdanken, dass alle Spuren die Krieg und Nachkriegszeit hinterliessen, sehr schnell beseitigt werden konnten.

Das besondere Augenmerk galt stets der laufenden Erneuerung der Einrichtung. Zuerst traten an die stelle der Pferdegespanne mehrere Lastkraftwagen, dann wurden Flaschen- und Abfüllanlagen erneuert. Der Lagerkeller wurde mit modernen Stahltanks ausgestattet. Ein neues Sudhaus nach den neuzeitlichsten Gesichtspunkten entstand 1927. Elf Jahre später folgte der Neubau einer Zwei - Horden - Malzdarre, die es ermöglicht, alle Anforderungen an die Qualität des für den eigenen Betrieb hergestellten Malzes zu erfüllen. Mit dem Bau eines gekühlten Hopfenkellers wurde eine grosszügige Verbesserung der sozialen Einruchtungen verbunden. Die Belegschaft verfügt seither über vorbildliche Wasch-, Dusch-, Bade- und Aufenthaltsräume. Dazu werden ausserhalb des laufenden Betriebs laufend zehn eigene Wirtschaften unterhalten. Eine davon, der „König Karl" in Heidenheim, konnte in diesem Jahr als mustergültiger Neubau eingeweiht werden.

Den allgemeinen betrieblichen Sorgen stehen die Bemühungen um das Wohl der Belegschaft nicht nach. Die Art des Unternehmens bringt es mit sich, dass Betriebsleitung und Mitarbeiter grossen Wert auf enge persönliche Fühlungsnahme legen. Besondere Aufmerksamkeit wird auch der Lehrlingsausbildung gewidmet. So leistet der Betrieb einen wesentlichen Beitrag zur Sicherung des Facharbeiternachwuchses.

Das Streben aller im Betrieb Wirkenden ist und bleibt, aus bestem Malz, Hopfen und gutem Wasser ein vortrefflich mundendes, gesundes Bier herzustellen.

 

Das Bier will schlicht gelobt und freudig genossen sein, aber es ist kein Genussmittel! Es ist ein Nahrungsmittel! Man spricht nicht umsonst vom „flüssigen Brot". Und schon aus diesem Grunde gibt es auch für das Königsbronner Klosterbier, das im Auf und Nieder der Geschichte schon viele Geschlechter getrunken haben, keinen schöneren als den alten Wahlspruch der Brauer:

 

HOPFEN UND MALZ GOTT ERHALT´S

 

Im Frühsommer 1990 füllte

die Königsbronner Klosterbrauerei

zum letzen mal ihr Bier ab.

Somit ging eine lange Ära zu ende.